Fachwissen über uhren vor dem kauf

Wenn Sie möchten, dass Ihre Uhr präzise läuft und ihren Wert behält, finden Sie hier das notwendige Fachwissen. Dieser Leitfaden vermittelt Ihnen die wichtigsten Informationen für den richtigen Umgang im Alltag.

Mechanische Uhren (Handaufzug & Automatik)

Der richtige Aufzug bei Handaufzug-Uhren

Eine mechanische Uhr mit Handaufzug benötigt nach dem vollständigen Ablaufen der Feder circa 30 Umdrehungen der Krone im Uhrzeigersinn, um wieder voll aufgeladen zu sein.

Die Krone wird hierbei gleichmäßig gedreht, bis ein deutlicher mechanischer Widerstand spürbar ist. Ab diesem Punkt darf nicht mit Gewalt weitergedreht werden, um die Zugfeder nicht zu beschädigen. Für eine optimale und gleichmäßige Ganggenauigkeit empfiehlt es sich, die Uhr regelmäßig alle 24 Stunden aufzuziehen.

Der richtige Start bei Automatikuhren

Automatikuhren nutzen eine eingebaute Schwungmasse (Rotor), die die Zugfeder durch die natürlichen Bewegungen des Armes selbstständig aufzieht. Nach einer längeren Liegezeit steht das Uhrwerk komplett still. Die reine Bewegung am Arm reicht für einen stabilen Erststart meist nicht aus.

Die Uhr wird vor dem Anlegen über die Krone mit circa 20 Umdrehungen manuell aufgezogen. Manche Modelle besitzen diese Funktion nicht (z. B. ältere Seiko Kaliber wie 7009, 6309 u.a.). Hier ist die Uhr vor dem Anlegen circa 30 Mal zu schütteln, um das Werk zu starten. Dies sorgt von der ersten Minute an für eine stabile Federspannung und maximale Präzision. Ein Überdrehen der Feder ist bei Automatikuhren durch eine eingebaute Rutschkupplung technisch ausgeschlossen.

Besonderheiten bei mechanischen Chronographen

Bei mechanischen Chronographen arbeitet im Hintergrund ein hochkomplexes System aus feinen Hebeln und Zahnrädern für die Zeitmessung. Die Drücker für Start, Stopp und die Nullstellung müssen immer vollständig, ruhig und mit geradem Druck betätigt werden.

Eine silberne Armbanduhr mit schwarzem Zifferblatt und gelben Drehringen, liegt auf einer hellen, groben Oberfläche. Das Zifferblatt zeigt mehrere kleine Zähler und eine Datumsanzeige.

Wichtige Faktoren für den Werterhalt

Die Datumsschnellverstellung

Uhren mit einer Kalenderfunktion schalten das Datum nachts über automatische Zahnräder um. Dieser mechanische Schaltvorgang läuft im Uhrwerk zwischen 20:00 Uhr abends und 02:00 Uhr morgens ab.

Innerhalb dieser Stunden darf die manuelle Datumsschnellverstellung über die Krone nicht verwendet werden. Da die Zahnräder in dieser Phase bereits tief ineinandergreifen, kann der manuelle Druck die feinen Schaltteile beschädigen. Für den richtigen Einstellweg werden die Zeiger über die normale Uhrzeiteinstellung manuell aus dieser Zone herausgedreht (z. B. auf 06:00 Uhr morgens). Erst dann wird das gewünschte Datum eingestellt und im Anschluss die tatsächliche Uhrzeit korrigiert.

Richtiger Umgang mit Wasserdichtheit

Die Wasserdichtheit einer Uhr ist keine dauerhafte Eigenschaft. Die verbauten Gummidichtungen unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess und werden durch Schweiß, Austrocknung oder Seifenreste mit der Zeit porös. VintageLuxuryShop.de tauscht die meisten Dichtungen aus, wo es möglich ist, um die Wasserdichtigkeit wieder so hoch wie möglich zu halten. Da diese Uhren jedoch bis zu 100 Jahre alt sind, ist eine Wasserdichtigkeit materialbedingt und herstellerübergreifend nicht immer zu garantieren.. Die Dichtungen der Uhr sollten einmal jährlich von einem Uhrmacher überprüft werden.

Vor jedem Kontakt mit Wasser muss sichergestellt sein, dass eine verschraubte Krone vollständig und bündig an das Gehäuse geschraubt ist. Nach Kontakt mit Salzwasser oder Chlor wird die Uhr gründlich mit klarem Süßwasser abgespült, um aggressive Rückstände auf den Dichtungen tenants zu verhindern.

Eine Uhr, die sich in der Sonne stark aufgeheizt hat, darf nicht direkt in kaltes Wasser eingetaucht werden. Durch die abrupte Abkühlung entsteht im Gehäuse ein Unterdruck, der Luftfeuchtigkeit einziehen kann. Ein von innen beschlagenes Uhrglas zeigt an, dass Feuchtigkeit im Gehäuse ist. In diesem Fall muss die Uhr sofort von einem Uhrmacher geöffnet und getrocknet werden, um Rost zu verhindern.

Klassiche Mechanische

Quarzuhren & elektronische Varianten

Quarzgesteuerte Uhren bieten eine sehr hohe Genauigkeit, basieren jedoch auf einer anderen Technologie als mechanische Modelle und erfordern eigene Pflegeschritte.

Klassische Quarzuhren

Sobald eine Quarzuhr ungenau läuft oder stehen bleibt, muss die Batterie zeitnah ersetzt werden. Vollständig entladene Batterien können im Laufe der Zeit oxidieren. Die austretende Batteriesäure beschädigt die feinen elektronischen Bauteile und die Platine des Uhrwerks dauerhaft. VintageLuxuryShop.de benutzt ausschließlich qualitative Varta oder Renata Batterien mit integriertem Leakage Schutz, um diese Risiken zu vermeiden.

Solar-Quarzuhren

Solaruhren nutzen Lichtenergie, die über das Zifferblatt aufgenommen und in einem internen Akku gespeichert wird. Eine Solaruhr darf nicht dauerhaft in vollständiger Dunkelheit (z. B. in einer dunklen Schublade) gelagert werden. Wenn der Akku über einen langen Zeitraum tiefenentladen wird, verliert er seine Speicherkapazität und muss ausgetauscht werden.

Das Laden erfolgt regelmäßig an einem hellen Ort mit indirektem Tageslicht oder unter einer Lampe. Standorte mit einer extremen Hitzeentwicklung sind zu vermeiden, um die Elektronik zu schützen.

Kinetic / Auto-Quartz

Diese Technologie kombiniert das Prinzip einer Automatikuhr mit der Präzision eines Quarzwerks. Ein mechanischer Rotor erzeugt durch Armbewegung Strom, der in einem Kondensator gespeichert wird. Nach einer langen Liegezeit im entladenen Zustand benötigt der Speicher intensive Energie. Ein kurzes Bewegen der Uhr reicht nicht aus. Die Uhr muss über mehrere Tage hinweg regelmäßig getragen werden, um die volle Betriebsspannung wieder aufzubauen.

Eine silberne Armbanduhr mit blauem Zifferblatt, mehreren kleinen Zubringen und einem schwarzen Bezel mit weißen Markierungen, die auf eine Taucheruhr hinweisen.

Erschütterungen & Magnetismus

Die Unruhwelle und die Lagersteine mechanischer Uhren sind hochpräzise und sensibel. Starke, schlagartige Erschütterungen (wie sie beispielsweise beim Golfen, Tennis oder Mountainbiken entstehen) belasten das Werk extrem. Bei Quarzuhren können dadurch Haarrisse in den Platinen entstehen. Bei solchen Aktivitäten ist es empfehlenswert, die Uhr abzulegen.

Starke Magnetfelder beeinflussen zudem die Spiralfeder einer mechanischen Uhr. Typische Magnetquellen im Alltag sind Lautsprecher, Laptops, Smartphones oder Magnetverschlüsse an Taschen. Wird die Feder magnetisiert, kleben die feinen Windungen aneinander, was zu einer extremen Gangabweichung führt und die Uhr plötzlich sehr stark vorgehen lässt. Ein Uhrmacher kann eine magnetisierte Uhr mit einem Spezialgerät innerhalb weniger Sekunden wieder neutralisieren.

Lederarmbänder

Leder ist ein Naturprodukt, das durch Feuchtigkeit, Schweiß und Reibung altert. Um zu verhindern, dass das Band unbemerkt reißt und die Uhr Schaden nimmt, müssen das Material und die Halteschlaufen regelmäßig auf Risse oder Abnutzung kontrolliert werden.

Rechtlicher Hinweis

Die originalen Bedienungsanleitungen und Vorgaben der jeweiligen Uhrenhersteller sind stets vorrangig zu beachten, da einzelne Uhrenkonstruktionen von diesen allgemeinen Tipps abweichen können